Bin ich süchtig? Und wenn ja ...

Sucht ist (noch) ein Begriff der Krankheitslehre und wird mehr oder minder verständlich definiert. Für Zuckersucht gibt es noch keine offizielle Beschreibung.

Dennoch könnten einige Kriterien dazu dienen, den eigenen Konsum der Substanz „Süß(es)“ zu untersuchen und damit eine Art „Selbstdiagnose“ vorzunehmen.
Hier ein Vorschlag:
1. Spürst du häufig einen Drang (eine Art unbezwingbares Verlangen) Süßes zu dir zu nehmen? (Jetzt ein ...)
2. Kommt es vor, dass du nicht mehr aufhören kannst Süßes weiter zu dir zu nehmen, wenn du erst einmal angefangen hast? (bis die Tüte leer ist ... die Tafel endlich aufgegessen)
3. Beginnst du den Tag bereits mit Süßem? (Der Morgen macht den Tag ...)
4. Brauchst du zunehmend mehr Süßes? (... und noch eine Tafel oder einen Snack)
5. Kannst du dir vorstellen, eine Feier ohne Süßigkeiten bzw. ohne gesüßte Nahrungsmittel zu feiern?
6. Konsumierst du Süßes weiterhin, obwohl du weißt oder ahnst, dass es für dich schädliche Wirkungen hat?

Offiziell liest sich das so:

Als Sucht wird die krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Substanzen (stoffgebundene Abhängigkeit) oder speziellen Verhaltensweisen (stoffungebundene Abhängigkeit) beschrieben.

In der „ICD-10-WHO Version 2013“ (http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2013/block-f10-f19.htm) heißt es im Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen (F00-F99):

„…eine Vielzahl von Störungen unterschiedlichen Schweregrades und mit verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern; die Gemeinsamkeit besteht im Gebrauch einer oder mehrerer psychotroper Substanzen (mit oder ohne ärztliche Verordnung).“

Alle Bedeutungszusammenhänge beziehen sich auf die allgemein bekannten Erkrankungen wie Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht. Dabei wird unter substanzgebunden und –ungebunden unterschieden.

Die Merkmale, die für das Vorliegen einer Abhängigkeit von psychotropen (= auf die Psyche einwirkende) Substanzen genannt werden, sind:

1. starker Wunsch oder Zwang psychotrope Substanzen zu sich zu nehmen
2. verminderte Kontrollfähigkeit bezogen auf Beginn und Menge des Konsums
3. körperliche Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Verminderung des Konsums
4. Toleranzentwicklung (Gewöhnung des Körpers an diese Substanz und Erhöhung der Zufuhr dieser Substanz)
5. zunehmende Vernachlässigung anderer Interessen/Vergnügungen durch den Konsum dieser Substanz, die Substanzbeschaffung
6. andauernder Konsum dieser Substanz trotz nachweislicher schädlicher Folgen

Wenn mindestens 3 dieser beschriebenen Faktoren bei einer Person während des letzten Jahres vorliegen, kann von einem „Abhängigkeitssyndrom“ ausgegangen werden.

Siehe dazu auch: Zucker sucht

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